Das Glaukom, auch bekannt als Grüner Star, zählt zu den häufigsten Ursachen für Erblindung weltweit – auch in Deutschland sind viele Menschen betroffen. Das Tückische an dieser Augenerkrankung: Sie verläuft meist schmerzfrei und unbemerkt, bis es bereits zu bleibenden Sehschäden gekommen ist. Eine frühzeitige Diagnose beim Augenarzt ist daher entscheidend.
Was ist ein Glaukom?
Beim Glaukom kommt es häufig zu einem erhöhten Augeninnendruck, der die empfindlichen Nervenfasern der Netzhaut schädigt. In der Folge wird der Sehnerv geschädigt, was zu Gesichtsfeldausfällen führt. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann sie im fortgeschrittenen Stadium sogar zur vollständigen Erblindung führen.
Da weder der erhöhte Augeninnendruck noch frühe Gesichtsfeldausfälle vom Patienten selbst bemerkt werden können, ist die Erkrankung besonders heimtückisch.
Warum ist die Glaukom-Früherkennung so wichtig?
Ein Glaukom kann nicht geheilt, aber bei frühzeitiger Diagnose wirksam aufgehalten werden. Treten bereits Symptome auf, ist die Erkrankung oft schon weit fortgeschritten. Deshalb empfehlen wir regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt.
Die Glaukom-Früherkennung umfasst:
- Sehtest
- Messung des Augeninnendrucks
- Augenspiegelung zur Beurteilung der Netzhaut und des Sehnervenkopfes
Im Augenzentrum bieten wir zusätzlich moderne topographische Untersuchungen des Sehnervenkopfes an. Damit lässt sich die Dicke der Nervenfaserschicht exakt messen und im Verlauf vergleichen, um selbst kleinste Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Wer sollte besonders vorsorgen?
Eine jährliche Augeninnendruck Kontrolle ab dem 40. Lebensjahr ist in der Regel ausreichend. Eine frühere und engmaschigere Kontrolle ist jedoch dringend empfohlen, wenn:
- Glaukom in der Familie bekannt ist
- ein Diabetes mellitus vorliegt
- eine frühere Augenverletzung oder schwere Augenentzündung bestanden hat
Glaukom-Behandlung: Welche Möglichkeiten gibt es?
Ziel jeder Glaukom-Therapie ist es, den Augeninnendruck zu senken, um die vorhandenen Nervenfasern zu schützen und weitere Sehschäden zu verhindern.
1. Behandlung mit Augentropfen
Meist erfolgt die Therapie zunächst mit drucksenkenden Augentropfen. Es stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Welche Therapie für Sie geeignet ist, hängt unter anderem ab von:
- Ihrem Alter
- dem Ausmaß der Sehnervenschädigung
- der Höhe des Augeninnendrucks
- möglichen Nebenwirkungen
Falls ein Medikament nicht ausreichend wirkt oder nicht vertragen wird, kann es ausgetauscht oder kombiniert werden.
2. Laserbehandlung (SLT)
Wenn Augentropfen nicht ausreichen oder nicht vertragen werden, bieten wir im Augenärztlichen Zentrum eine schonende Laserbehandlung, die sogenannte selektive Lasertrabekuloplastik (SLT), an.
Diese ambulante Behandlung ist komplikationsarm und kann den Augeninnendruck effektiv senken.
3. Minimalinvasive Glaukom-Operation (i-Stent)
Reicht auch die Lasertherapie nicht aus, besteht die Möglichkeit einer minimalinvasiven Operation, bei der ein kleines Abflussventil – der i-Stent – eingesetzt wird. Dieser verbessert den Abfluss des Kammerwassers und senkt den Augeninnendruck. Auch diese moderne Behandlung führen wir bei uns durch.
Fazit
Das Glaukom ist eine ernstzunehmende, aber gut kontrollierbare Augenerkrankung – vorausgesetzt, sie wird frühzeitig erkannt. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind der beste Schutz für Ihr Sehvermögen.
Vereinbaren Sie gerne einen Termin bei uns – wir beraten Sie kompetent und individuell.
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